Weihnachtsbräuche in aller Welt

15 11 2008

Frohes Fest mit Santa Lucia und Santa Claus - nicht überall wird der Heilige Abend beschaulich und im Kreise der Familie gefeiert. Den Christbaum werfen die Schweden nach den Feierlichkeiten aus dem Fenster, in Finnland hat der Weihnachtsmann eine eigene Postanschrift und in Australien wird der 24. Dezember mit Freunden am Strand gefeiert. Dabei kommt der Nikolaus auch gern mal auf Wasserski und in roten Badehosen angerauscht. Christmas made in USA: Santa Claus kommt in der Nacht zum 25. Dezember und bringt die Geschenke durch den Schornstein – als Belohnung für seine Rentiere stellen die Kinder Milch und Kekse vor die Tür. Ganz Amerika scheint sich im Dezember in ein riesiges Elektrogeschäft zu verwandeln – alle Häuser erstrahlen im Glanz riesiger Lichterketten. Zur Zimmerdekoration gehört in jedem Fall ein Mistelzweig: Wer drunter steht, wird geküsst. Mit Mistelzweigen werden am 24. Dezember auch die Pubs in England dekoriert, denn hier stimmen sich die Briten auf das Fest ein. Die Kinder hängen Socken am Kamin auf, die Father Christmas mit Geschenken füllt. Am 25. wird der traditionelle Truthahn angeschnitten, die Familie trägt dabei Pappnasen und lässt Knallbonbons platzen. Ruhig wird es erst am Nachmittag, wenn alle der Ansprache der Queen lauschen. Weiße Weihnachten wird es in Down Under wohl nie geben: Bei 35 Grad feiern die Australier am liebsten Strandpartys, die Tannenbäume sind wegen der Hitze aus Plastik, und der Weihnachtsmann kommt auch mal in Badehosen zum Strand. In Frankreich heißt es geduldig sein. Den Réveillon genannten Weihnachtsschmaus gibt es nämlich erst um Mitternacht. Auch der Père Noel bringt erst nachts seine Gaben ins Haus. ”Buon Natale” heißt es im benachbarten Italien – guten Geburtstag. Die Kinder freuen sich am 6. Januar auf “La Befana”, die gute Hexe, die den Artigen Süßigkeiten bringt. Die Unartigen finden in ihren Strümpfen allerdings nur schwarze Kohlen. Einer Legende nach verpasste die Hexe den Stern, der sie zur Krippe bringen sollte. Noch heute fliegt sie von Dach zu Dach und sucht nun seit 2000 Jahren das Christkind. Freche ruppige Gestalten sind die Weihnachtsmänner in Island. Dort gibt es nicht nur einen, sondern ganze 13 “Weihnachtskerle”, die einer nach dem anderen aus den Bergen kommen. Bis zum 6. Januar dauert es, bis die Gesellen nach und nach wieder zurück in die Berge stapfen. Dann erst beenden die Elfen mit einem Tanz rund ums Feuer die Weihnachtszeit. In Finnland beginnt der Heilige Abend meistens mit einem gemeinsamen Saunabad. Kinder schreiben ihre Wünsche in einem Brief an den Weihnachtsmann; er hat nämlich eine eigene Adresse: Santa-Claus Postoffice, FIN - 96930 Joulumaa-Roveniemi. Wer bis Ende Oktober schreibt, bekommt auf jeden Fall eine Antwort. Am 24. essen die Finnen am liebsten Schweinefleisch, das sie ironisch “gebackener Schwede” nennen. Die Schweden widerum interessiert das wenig: Hier beginnt die Weihnachtszeit am St. Lucia’s Day, der am 13. Dezember gefeiert wird. An diesem Tag trägt die älteste Tochter der Familie ein weißes Kleid und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf und stellt so die Heilige Lucia dar. Sie weckt frühmorgens ihre Familie und bringt ihnen selbstgebackene Weihnachtsplätzchen. Am Heiligen Abend tanzen alle gemeinsam um den Weihnachtsbaum, der danach geplündert wird. Er bleibt üblicherweise bis Mitte Januar stehen; dann allerdings erwartet ihn sein unausweichliches Schicksal: Nach einem letzten Tanz fliegt der Baum einfach aus dem Fenster.


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